Die Stadt Castagneto
Carducci (Toskana) erhielt seinen Nachnamen Carducci erst in
neuerer Zeit (1907) zu Ehren des Dichters Giosùe Carducci,
der hier seine Kindheit verlebte und dem Ort immer eng verbunden war.
Sein Wohnhaus und Kopien alter Schriften sind im Museo Archivio zu
besichtigen. Der Ort hat eine großartige Lage auf einem
Hügel in 194 m Höhe an der Riviera degli Etrusci
zwischen Livorno und San Vincenzo. Bis zum 18. Jh. war die Stadt von
den gewaltigen Festungsmauern der Burg umgeben. Die um 1000 erbaute
Burg, die angrenzende Kirche San Lorenzo aus dem 16. Jh. und die
Straßen, die in konzentrischen Ringen bis zur Stadtmauer hin
angelegt sind, bilden den Siedlungskern dieses typisch
mittelalterlichen Städtchens. Die Geschichte des Oratoriums
unterscheidet sich von der des übrigen Ortes, obwohl es aus
der selben Zeit stammt. Erbaut wurde es von der Bevölkerung,
die mit den Della Gheradesca in ständigen Konflikt lag und
deshalb deren Kirche nicht benutzen wollte. So errichteten die
Einwohner selbst ein neues Gotteshaus, in dem heute ein
hölzernes Kruzifix aus dem 15. Jh., dem Wunderkräfte
nachgesagt werden, aufbewahrt ist.
Das historische Zentrum wirkt mit seinen engen Gassen, den
schönen, alten Häusern und herrlichen
Torbögen heute noch wie im Mittelalter. Von der Stadt hat man
eine faszinierende Aussicht auf die fruchtbare Ebene zwischen dem mit
dichtem, mediterranem Buschwald überzogenem Vorgebirge und dem
Meer. Hinter der üppigen Pineta erstreckt sich ein breiter,
kilometerlanger Sandstrand, der bereits mehrfach mit der blauen Fahne
ausgezeichnet wurde. Hier liegt die Marina di Castagneto, auch Marina
di Donoratico genannt, ein Badeort, dessen ältestes Bauwerk
aus dem Jahre 1786 ist. Die Marina ist heute ein lebendiger Ort mit
Geschäften, zahlreichen Restaurants, Sport- und
Freizeitanlagen sowie dem Freizeitpark Cavallino Matto.
Von Castagneto Carducci führt eine wunderschöne
Panoramastraße nach Bolgheri, einem stimmungsvollen Ort, in
dem der Dichter Carducci seine Jugend verbracht hat. Berühmt
ist dieses zauberhafte Dorf auch wegen seiner beeindruckende,
schnurgeraden Zypressenallee, die es mit der nahen Küste
verbindet. In diesem Teil der toskanischen Küste trifft man
überall auf Spuren etruskischer Zeit sowie auf alte
Dörfer mit mittelalterlichen Palazzi, Bauernhäusern
und kleinen, freskengeschmückten Kirchen.